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Planung + Prüfung + Praxis = barrierefreie Türschwellen
Produkt-Zertifikate können diese drei wesentlichen Grundlagen für barrierefreie Türschwellen nicht ersetzen.

Unterstützung seitens ACO:

       Beratung in der Planungsphase
       Berechnung der Dränageleistung
       Erfahrungen aus der Praxis

 Anwendungstechnische Hilfe

In öffentlich zugänglichen Gebäuden werden grundsätzlich schwellenlose Eingangstüren vorgesehen

Der möglichst niveaugleiche Übergang von Wohnbereichen zu Dachterrassen, zum Balkon oder zur Loggia, sowie der stufenlose Hauseingangsbereich sind kritische, sorgsam zu detaillierende Konstruktionspunkte, da durch Witterungseinflüsse (Schlagregen, Schneesackbildung) sehr schnell Feuchtigkeitsschäden entstehen können. Bereits in der frühen Planungsphase sollten alle Randbedingungen, wie z.B. Aufbaustärken innen und außen, Deckenversprung und Gefälle berücksichtigt werden.


Der schwellenlose Übergang von Gebäuden ins Freie führt oft zu Konflikten mit technischen Vorschriften. Dafür gibt es erprobte Lösungen, die allerdings nicht in allen Punkten richtlinienkonform sind: Durch das Verlegen von äußeren Ablaufrinnen parallel zur Tür kann der Schutz gegen Feuchtigkeit ohne größeren Höhenunterschied zwischen äußerem und innerem Niveau erfüllt werden.

Die Forderungen aus den Richtlinien stehen nicht nur im Widerspruch zu den formulierten Anforderungen an das barrierefreie Bauen, sondern wurden und werden gleichermaßen von zahlreichen Architekten, Hausverwaltungen und Wohnungsnutzern als wenig praktikabel angesehen. Große Schwellenhöhen sind in weiten Kreisen unerwünscht und werden nicht ausgeführt.

Planung von barrierefreien Türschwellen:

Alle Erfahrungen aus dem Bereich der Reduzierung der Anschlusshöhe von 15 cm auf 5 cm sollten genutzt werden. Vorgehensweise bei der Planunung von barrierefreien Türschwellen.

Zu berücksichtigende Schwerpunkte in der Vorplanung:

        Höhenplanung des Rohbaues
        Aufbaustärken innen und aussen
        Wärmeschutz berücksichtigen
        Ausführung des Gefälles

Allgemein zur Schwellenausbildung:

        Es ist eine Sonderkonstruktion, die von der Planung vorgegeben werden muss
        Eine Entwässerungsrinne ist in diesem Bereich zwingend notwendig
        Die Zustimmung des Bauherren ist bei diesem Anschlussdetail erforderlich
        Die Koordination zwischen Planer und Ausführenden ist erforderlich

Beurteilung einer geplanten Schwellenausbildung:

        Hydraulische Berechnung einer Entwässerungsrinne muss vorliegen
        Vorhandensein einer Überdachung, einer geschlossenen Brüstung oder seitlicher
          Witterungsschutz können unterstützen
        Ausrichtung und Hauptwindrichtung prüfen und beachten

Beurteilung der Flächendränage:

        Zu empfehlen ist hier ein aufgeständerter Oberflächenbelag mit min. 3 cm Freiraum
          zur horizontalen Entwässerung
        Eine Unterstützung der Kies- oder Splittschicht durch Dränagematten oder
          Stichkanäle bringen hier bereits eine deutliche Verbesserung
        Dränageschichten die lediglich aus Splitt oder Kies bestehen, haben die geringste
          und durch Verschmutzung unsicherste Dränageleistung

Gefälle:

        Ein planmäßiges Gefälle von mindestens 2% aller wasserführenden Schichten
        Gefälle in jedem Fall abgewand vom Anschlusspunkt

Abdichtung: 

        Die Abdichtungshöhe sollte min. bis Oberkante des Rinnensystems geführt werden
        Die Abdichtung ist gegen ein Hinterlaufen zu sichern
        Bauseitige Verwahrung der Abdichtung

Dachabläufe:

        Es sind mindestens 2 Entwässerungsstellen vorzusehen
        Ein Notüberlauf kann als zweite Entwässerungsstelle herangezogen werden

Entwässerungsrinne:

        Dimensionierung nach hydraulischer Berechnung unter Berücksichtigung
          aller Randbedingungen
        Verlegung über die gesamte Breite quer zur Laufrichtung
        Maximaler Abstand zum Anschluss der Abdichtung 5 cm
        Verwendung von beidseitig perforierten Rinnenkörpern

Abdeckroste:

        Verwendung von Maschenrosten (Masche 30x10, die längere Maschenweite quer
          zur Laufrichtung)
        Mehr als 50% freier Öffnungsquerschnitt
        Minimale Schlitzweite von 8 mm
        Ein Schmutzflies unterhalb des Rostes ist in keinem Fall ratsam,
          durch ein Verstopfen der Masche verliert das ganze System seine Funktion.

Untere Türanschläge und -schwellen barrierefrei:

        Die Dichtigkeit von unteren Türanschlägen kann durch Verwenden von speziellen
          Gummiprofildichtungen oder Magnettürdichtungen erreicht werden.
        Die Abdichtung ist gegen ein Hinterlaufen am Türprofil zu sichern
        Die Abdichtungshöhe inkl. Türprofil sollte min. bis Oberkante
          des Rinnensystems geführt werden
        Maximale Höhe 2cm

Zusammenfassung:

Durch eine in der Vorplanung richtig dimensionierte ACO Fassaden- und Terrassenrinne wird die verlorengegangene Anschlusshöhe der Abdichtung wieder hergestellt.
Unter Berücksichtigung aller aufgeführten Randbedingungen ist eine barrierefreie Türschwelle auch niveaugleich ausführbar.

Quellennachweis
Wesentliche Inhalte sind in Zusammenarbeit und mit freundlicher Zustimmung des Autors
Herrn Dipl.-Ing. Nils Oster, Ö.B.U.V. Sachverständiger,dem Buch "Schäden an Balkonen"
aus der Reihe "Schadenfreies Bauen" des Frauenhofer IRB Verlages entstanden.


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