ACO Hochbau

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Flachdächer nach neuer Norm abdichten

Mit den neuen Abdichtungsnormen trat letztes Jahr auch die neue DIN 18531 in Kraft, in der die Abdichtung von Flachdächern geregelt ist. Sie wurde deutlich erweitert – sowohl um neue Produkte als auch um neue Anwendungsbereiche. Wir sagen Ihnen was neu ist.

  • Teil 1: nicht genutzte und genutzte Dächer – Anforderungen, Planungs- und Ausführungsgrundsätze
  • Teil 2: nicht genutzte und genutzte Dächer – Stoffe
  • Teil 3: nicht genutzte und genutzte Dächer – Auswahl, Ausführung, Details
  • Teil 4: nicht genutzte und genutzte Dächer – Instandhaltung
  • Teil 5: Balkone, Loggien und Laubengänge

Neu dazugekommen sind in Teil 1 die genutzten Dächer. Dazu zählen z.B. Dachterrassen, Dachflächen mit intensiver Begrünung und einer möglichen Anstaubewässerung von bis zu 10 cm sowie Dächer mit Solaranlagen bzw. haustechnischen Anlagen. Ganz neu hinzugekommen ist auch Teil 5 zur Abdichtung von Balkonen, Loggien und Laubengängen.

Gefordertes Gefälle

Es werden zwei Anwendungsklassen differenziert, die nun aber auch für genutzte Dächer gelten:

  • K1 Standardausführung
  • K2 höherwertige Ausführung

Die Abdichtung sollte, außer bei intensiv begrünten Dächern mit Anstaubewässerung, so geplant und ausgeführt werden, dass Niederschlagswasser nicht langanhaltend auf der Abdichtungsschicht stehen kann. Dazu sollte ein Mindestgefälle von 2 % geplant werden.

Dächer der Anwendungsklasse K1 können auch ohne Gefälle geplant werden, wenn die Auswahl der Abdichtung die Anforderungen der Anwendungsklasse K2 erfüllt.

Dächer der Anwendungsklasse K2 sind in der Fläche mit einem Gefälle von ≥ 2 % zu planen. Im Bereich von Kehlen sollte ein Gefälle von 1 % geplant werden.

Entwässerung

Die Entwässerung der Flachdächer sowie der Balkone, Loggien und Laubengängen ist nach DIN EN 12056-3 und DIN 1986-100 zu planen und auszuführen.

Bei Freispiegelentwässerung, insbesondere aber bei einer Dachentwässerung mit Druckströmung ist mit einem vorübergehenden Wasseranstau, der auch kurzzeitig höher als 100 mm sein kann, zu rechnen. Dachabläufe sind so einzubauen, dass vor dem Ablauf kein Wasseranstau entstehen kann, z. B. durch oberflächenbündiges Einlassen.

Bei der Verwendung von bahnenförmigen Abdichtungsstoffen sollte ein Abstand von mindestens 0,30 m von den Flanschaußenkanten zu den Außenkanten anderer Durchdringungen, Fugen, Dachaufbauten oder zu aufgehenden Bauteilen/Attiken geplant werden, es sei denn, es handelt sich um speziell für den Einbau in die Attika vorgesehene Dachabläufe/Notüberläufe. Bei flüssig zu verarbeitenden Abdichtungsstoffen sollte dieser Abstand mit mindestens 0,10 m geplant werden.

Bei genutzten Dächern und Flächen muss sowohl die Belagsoberfläche, als auch die Abdichtungsschicht entwässert werden. Bei Bereichen mit geschlossener Brüstung sind Notüberläufe so anzuordnen, dass bei Verstopfung des Ablaufs die Türschwelle nicht überstaut werden kann.

Mit den ACO Flachdachabläufen sowie Balkon- und Terrassenabläufen ist eine regelkonforme Entwässerung problemlos möglich.

Dachabläufe müssen für Instandhaltungszwecke zugänglich sein. Hier eignen sich die ACO Aufsätze für Dachabläufe aus Edelstahl und Stahl verzinkt.

Türanschlüsse

Die Anschlusshöhe der Abdichtung im Türbereich sollte mindestens nach0,15 m über der Oberfläche des Belags liegen.

Eine Verringerung der Anschlusshöhe ist nur möglich, wenn im Belag unmittelbar vor der gesamten Türbreite durch Einbau einer Entwässerung die Wasserbelastung minimiert wird. Außerdem muss zu jeder Zeit ein einwandfreier Wasserablauf im Türbereich sichergestellt sein. Dazu kann im unmittelbaren Türbereich eine wannenbildende Entwässerungsrinne mit unmittelbarem Anschluss an die Entwässerung eingebaut werden. In solchen Fällen kann die Anschlusshöhe vom oberen Ende der Abdichtung bis zum Belag mindestens 0,05 m betragen.

Das Oberflächengefälle des Belags sollte nicht zur Tür hingerichtet sein.

Barrierefreie, niveaugleiche Übergänge oder Übergänge mit einer zulässigen Schwellenhöhe von ≤ 0,02 m sind abdichtungstechnische Sonderkonstruktionen. Sie erfordern eine auf den Einzelfall abgestimmte Ausführungsart. Für diese niveaugleichen Übergänge muss berücksichtigt werden, dass die Abdichtung allein die Funktion der Dichtigkeit am Türanschluss nicht sicherstellen kann. Durch planerische Vorgaben ist das Eindringen von Wasser und das Hinterlaufen der Abdichtung zu verhindern.

Darüber hinaus sind bei barrierefreien Türanschlüssen geeignete Maßnahmen zur Vermeidung von Spritzwasserbelastung und Stauwasser im Anschlussbereich, z. B. Entwässerungsrinnen mit Rostabdeckungen, vorzusehen.

Dies geschieht in der Praxis bereits seit langem problemlos mit den ACO-Fassaden- und Terrassenrinnen.

 

 

 


  

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