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Wasserschaden: Wer zahlt? Was übernimmt die Versicherung?

Wer schon einmal einen Rückstau in seinem Haus erlebt hat weiß, dass ein solcher Vorfall zu einer ärgerlichen und kostspieligen Angelegenheit werden kann. Dringt das Gemisch aus Abwasser und Regenwasser ungehindert aus der Kanalisation ins Gebäude, können die Schäden immens sein. Nasse und verdreckte Möbel sowie Bodenbeläge werden unbrauchbar, das Mauerwerk kann durchfeuchten und auch der Reinigungsaufwand ist nicht zu unterschätzen.

Doch welche Versicherung übernimmt diese Kosten? Für diese Schäden kommen grundsätzlich erst einmal weder die Wohngebäude- noch die Hausratversicherung auf.

Die Gebäudeversicherung kommt in der Regel nur für Wasserschäden durch Leitungswasser auf. Wasserschäden, die beispielsweise durch Hochwasser entstehen, werden nur übernommen, wenn zusätzlich eine Elementarschadenversicherung in der Hausrat- und Wohngebäudeversicherung inkludiert ist. Diese kann je nach Gefährdungslage teuer werden, da die Elementarschadenversicherung im Schadenfall immer einen Selbstbehalt durch den Versicherungsnehmer vorsieht, abhängig von der Lage des Objektes und des Versicherungswertes (von 500 bis zu 10.000 Euro). Doch die Zusatzversicherung allein reicht bei vielen Versicherern nicht aus. Häufig wird vorausgesetzt, dass das Objekt zudem mit einer funktionstüchtigen Rückstauklappe versehen ist, damit die Versicherung im Falle einer Überschwemmung überhaupt greift.

Interessant in Ostsee- und Nordseenähe ist zudem, dass die Übernahme der Kosten, die im Falle einer Sturmflut entstehen, bei nahezu allen Versicherern ausgeschlossen ist.

Übernimmt die Versicherung die Kosten stellt sich die Frage in welcher Höhe. Die Hausratversicherung unterscheidet bei der Erstattung nach dem Kriterium des regelmäßigen Gebrauches. Hausratgegenstände in Abstell- und Kellerräumen werden nur dann zum Neuwert ersetzt, wenn diese sich regelmäßig in Gebrauch befinden. Für andere Gegenstände zahlt der Versicherer nur den Zeitwert, wobei der personelle, ideelle Wert nicht berücksichtigt wird.

Der Bundesgerichtshof fällte im Mai 2004 ein entscheidendes Urteil: Kommunen haften nicht bei einem ganz ungewöhnlichen und seltenen Katastrophenregen. Da es eine feste „Regengrenze“ nicht gibt, sorgen viele Kommunen vor, indem sie Bauherren und Hauseigentümern in der Ortssatzung vorschreiben, dass die Verantwortung zum Schutz gegen Rückstau bei ihnen liegt. Sprich, für Rückstauschäden müssen Hauseigentümer selbst zahlen. Die Kommunen können nicht haftbar gemacht werden.

 

 


 

 

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